Die Plastik Docs

Teaser „Die Plastik Docs“

Was wird vermittelt?

Was ist Mikroplastik im Meer und wie kommt es dort hin? Wie lange verbleibt Mikroplastik im Meer? Und vor allem: Kann man Mikroplastik aus dem Meer wieder entfernen?

Das Experiment „Die Plastik Docs“ geht der Frage auf den Grund, wie man Kunststoffe in der Natur durch korrektes Recycling vermeiden kann. Die Kinder lernen, dass nur ein Teil aller Kunststoffe recycelt werden kann, weil es schwierig ist, unterschiedliche Kunststoffarten voneinander zu trennen. Um zu verstehen, wie sich Kunststoffe voneinander trennen lassen, untersuchen die Kinder ihre Eigenschaften. Zunächst zeigt ein Versuch, dass einige Kunststoffe im Wasser schwimmen, andere sinken – abhängig von ihrer Dichte. Durch Zugabe von Salz lässt sich die Dichte der Flüssigkeit erhöhen, sodass sich weitere Kunststoffe voneinander trennen lassen. Später wird untersucht, warum auch eigentlich schwimmfähiges Plastik im Meer sinken kann: Anlagerungen wie Plankton oder Sand verändern das Gewicht und lassen es absinken. Die Kinder lernen, dass Trennverfahren wie Dichtetrennung schon in der Recyclingindustrie genutzt werden. Im optionalen Expertentest überlegen sie, wie chemische Industrie, Händler, Supermärkte, Recyclingfirmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher gemeinsam dafür sorgen können, Plastikmüll zu vermeiden und Kunststoffe besser zu recyceln.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Einsatz im Unterricht

Dauer: ca 30-40 Minuten

Lernziel: Die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass Kunststoffe unterschiedliche physikalische Eigenschaften haben (z. B. Dichte, Oberflächenverhalten) und dass sich daraus einfache Trennverfahren ableiten lassen. Sie erkennen zudem, wie Ablagerungen aus der Umwelt (z. B. Sand oder Öl) das Verhalten von Mikroplastik verändern können.

Einstieg

Die Lernenden betreten das virtuelle Labor und folgen der Einführung von Dr. Blubber. Eine Animation zeigt Plastikmüll in Vogelnestern und kleine Plastikteilchen im Sand. Es soll erforscht werden, wie man verschiedene Kunststoffarten trennen kann und weshalb Plastik trotz Auftrieb im Meer manchmal auf den Meeresboden gelangt.

Schritt 1: Materialien auswählen

Nun suchen die Lernenden die benötigten Materialien im virtuellen Materialschrank.
  • ein großes Becherglas
  • eine Petrischale
  • einen Löffel
  • ein Glasstäbchen
  • ein Sieb
  • drei Becher mit drei verschiedenen Kunststoffgranulaten
  • Salz
Hinweise helfen den Lernenden bei der Auswahl.

Schritt 2: Verhalten in Süßwasser testen

Zuerst füllen die Lernenden Leitungswasser in ein Becherglas. Dann geben sie nacheinander drei unterschiedliche Kunststoffproben in das Wasser. Alle drei Proben schwimmen oben. Um Luftblasen zu entfernen, die das Ergebnis beeinflussen könnten, wird das Wasser umgerührt. Tatsächlich: Die gelben und roten Kunststoffteilchen sinken zu Boden, nur die blauen schwimmen noch oben.

Schritt 3: Kunststoff abschöpfen

Die Lernenden verwenden das Sieb, um das schwimmende Granulat abzuschöpfen und so eine erste Trennung der Kunststoffe vorzunehmen – genau dieses Verfahren kommt auch in Recyclinganlagen zum Einsatz. Sie beantworten die Frage, warum eine Art Kunststoff schwimmt, während die anderen sinken – die Antwort liegt in den unterschiedlichen Gewichten bzw. wissenschaftlich ausgedrückt, ihrer unterschiedlichen Dichte.

Schritt 4: Dichte des Wassers verändern

Die Lernenden werden nach einem weiteren Weg zur Trennung der Kunststoffe gefragt – dies ist durch die Veränderung der Dichte des Wassers möglich. Die Lernenden geben Salz in ein neues Becherglas und rühren um, bis es gelöst ist. Danach testen die Lernenden erneut das Verhalten der gelben und roten Kunststoffgranulate: Sie geben die Proben ins Salzwasser und beobachten, dass die gelben oben schwimmen und die roten nach unten sinken. Sie lernen, dass man also auch die unterschiedliche Dichte von Plastik für Trennverfahren beim Recycling nutzen kann. Dr. Blubber erwähnt, dass andere Trennverfahren die unterschiedlichen Schmelzpunkte von Kunststoffen nutzen.

Schritt 5: Hypothese besprechen

Die Lernenden überlegen, warum auch blaues Granulat, das eigentlich schwimmen müsste, am Meeresboden zu finden ist. Anders als im Labor gibt es im Meer viele Stoffe, die das Verhalten der Kunststoffteilchen beeinflussen – vielleicht sinken sie deshalb.

Schritt 6: Verhalten in „im Meer“ untersuchen

Die Lernenden simulieren mögliche Umwelteinflüsse im Meer: In einer Petrischale werden Öl („Plankton“) und Sand („Mineralien“) mit blauem Granulat vermischt. Das klumpige Gemisch wird dann in das Becherglas mit Wasser gegeben. Es sinkt zu Boden.

Schritt 7: Auswertung und Erklärung

Ein Erklärfilm erläutert, warum Kleinstlebewesen und mineralische Stoffe zum Sinken von schwimmenden Plastikteilchen führen. Wenn Plastik erst einmal ins Meer gelangt, ist es nicht so einfach abzuschöpfen. Die Herausforderung ist, die Verfahren zur Wiederverwertung für möglichst viele Kunststoffarten zu optimieren, damit viel weniger Kunststoffmüll in die Umwelt gelangt.

Schritt 8: Aufräumen

Die Lernenden entscheiden, ob sie das virtuelle Labor selbst aufräumen oder dies automatisch erledigen lassen möchten. Wenn sie sich für das selbstständige Aufräumen entscheiden, müssen sie die benutzten Materialien korrekt sortieren.

Expertentest (optional)

Im Expertentest bestimmen die Lernenden, was verschiedene Akteure (Chemische Industrie, Verpackungsindustrie, Supermärkte, Verbraucher und Recyclingfirmen) tun müssten, um weniger Plastikmüll zu produzieren. Sie ordnen den Akteuren per Drag & Drop jeweils drei passende Maßnahmen zu. Die Lernenden erhalten ein Expertendiplom, wenn sie den Test vollständig bis zum Ende durchführen.